Jetzt ist schon wieder
eine Woche rum und ratet mal wo ich sitze, während Markus wieder am Nisto
werkelt... Richtig vor der Laundery... aber diesmal bei strahlend blauen Himmel
und frühlingshaften Temperaturen. Wie wir hierhin gekommen sind? Ok, dann fange
ich mal vorne an.
Der Sonntag begann so
wie der Samstag aufgehört hatte, mit Regen. Die erste Nacht im Nisto war auch
alles andere als prickelnd: Neben LKWs Mitten auf dem Wal*Mart-Parkplatz.
Immerhin hatten wir bis 24 Uhr und ab 6 Uhr eine Toilette. Geweckt wurden wir
nicht von den LKWs sondern von zwei Reisebussen um 5.30 Uhr, die nichts
Besseres zu tun hatten als sich mit laufendem Motor neben uns zu stellen und lauthals
zu unterhalten. Vorbei wars mit der Nachtruhe. Schnell noch in den Wal*Mart für
die kleine Morgentoilette und dann weg hier, Richtung Richmond. Dort wollten
wir uns ein Bisschen über die amerikanische Geschichte schlau machen und etwas
über den Bürgerkrieg lernen.In dieser
Gegend gab es1864 die entscheidende
Schlacht, die zum Untergang von Petersburg und der eingangs genannten Stadt
führte. Zu „bestaunen“ im Petersburg Battlefield National Park. Irgendwie
passte das Wetter zu dem Anblick der Schlachtfelder.
Am Montag nach einer
erneut relativ schlaflosen Nacht auf irgendeinem Parkplatz fuhren wir dann,
zwar nicht bei Sonnenschein, aber immerhin ohne Regen, in den Shenandoah
Nationalpark. Allerdings hingen die Wolken teilweise so tief, dass wir kaum
etwas sehen konnten. Aber es hatte auch etwas Mystisches an sich, und wir waren
so fast alleine im Park unterwegs.
Allerdings am Ende des Tages, wie hätte es auch anders sein können: REGEN! Aber
gem. Wetterberichtsollte es ja am
Dienstag schön werden.
Voller Erwartung
schauten wir am nächsten Morgen kaum wach aus unseren Fenstern, und was sahen
wir da: Nichts. Dichter Nebel. Ja das kann ja heiter werden. Unser Weg führte
uns weiter über den Blue Ridge Parkway gen Süden. Hierbei handelt es sich um
eine ganz dem Privatverkehr vorbehaltene Strasse von 469 mi über die östlichen
Höhenzüge der Appalachen durch die Staaten Virginia und North Carolina. Das
heisst keine Trucks und keine meterhohen Werbetafeln geschweige dennFastfoodläden am Strassenrand. Nur hier und
da ein kleines Motel oder Campingplatz, die jedoch um diese Jahreszeit noch
geschlossen sind. Genau das richtige für uns. Wer will schon wie eine Ölsardine
in der Büchse neben tausend anderen Campern stehen.
Und dann kam endlich der
lang ersehnte Moment, der unsere, dem Wetter angepasste trübe Stimmung, um 180°
drehte. Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch die Wolken und am frühen
Nachmittag strahlten wir mit ihr um die Wette. Die nächsten Tage verbrachten
wir in den Bergen bei frühlingshaften Temperaturen….zumindest tagsüber. Wüsste
man es nicht besser, könnten man meinen man ist in der Heimat…..also wunderten
wir uns auch nicht, als wir vor einem Schild mit der Aufschrift „Little
Switzerland“ standen.
Jeden Tag gings ein Stückchen südlicher und
jede Nacht verbrachten wir ein Bisschen höher über dem Meeresspiegel bis zu
unserer kältesten Nacht mit -5.7°C auf rd. 1‘628 m.ü.M. Die Eisblumen an
unserem Dachfenster waren mal eine Abwechslung zu dem blauen Himmel in den
letzten Tagen.
Nach 5 Tagen in den
Blue Ridge Mountains sind wir nun in Cherokee, dem südlichen Ende des Parkways, angekommen.
Hier findet die totale touristische Vermarktung indianischer Geschichte und
Kultur statt. Gar nicht nach unserem Geschmack. Die Hauptstrasse ist gesäumt
von kitschigen Souvenirläden und teilweise stündlichen Tanzaufführungen der „Nachkommen
von Winnetou“. Bei dem ganzen Trubel haben wir uns für einen aufschlussreichen
Besuch im „Museum of the Cherokee Indian“ entschieden. Dann noch schnell einen
Kaffee und ab zur Landery, wo ich nun sitze. In der Zwischenzeit dürfte die
Wäsche fertig sein und wartet darauf gefaltet und wieder in die Kisten verstaut
zu werden. Also lasse ich sie mal nicht warten.
Für uns geht’s jetzt
immer weiter gen Süden. Mal schauen, was die Welt in den nächsten Tagen für uns
parat hält.