Durch ein schönes Foto in unserem Reiseführer – weisser Sandstrand,
türkisfarbenes Wasser - war Sonja auf
die Insel, auf die unser Ausflug gehen sollte, aufmerksam geworden:
Garden Key.
Sie liegt 70 mi vor Key West und gehört zum National Park der Dry Tortugas. Man
darf am Strand campieren, kommt aber nur mit einer Fähre dorthin. Klingt
wahrscheinlich jetzt nicht so spektakulär aber dort gibt es kein Süsswasser geschweige
denn einen Wal-Mart. Nur Sand, viel Salzwasser und eine Befestigungsanlage
(Fort Jefferson), mit dessen Bau Mitte
des 19. Jahrhunderts begonnen wurde, jedoch nie beendet wurde und auch keine
Kampfhandlungen gesehen hat. Genau das richtige für uns, da wir ja auf der
Suche nach „Extremen“ und Herausforderungen sind. Schnell im Internet geschaut
und zack waren drei Nächte und vier Tage im Zelt für uns reserviert.
Die Zeit bis zu unserer Abfahrt wollten wir uns mit Tauchen
versüssen. Also fuhren wir von Cap Canaveral direkt weiter nach Key Largo.
Leider schlug unser erster Versuch fehl. Zu windig, aber wir haben ja Zeit. Und
so brachte uns das Tauchboot bereits am dritten Tag hinaus aufs Meer. Leider
war die Sicht unter Wasser nur mittelmässig bis schlecht. Trotzdem haben wir
einige Barrakudas, Hummer und viele verschiedene Fische angetroffen.
Am 09.04. um 10.30 Uhr standen wir dann endlich nach einer 2
½-stündigen Fahrt mit unseren zwei prall gefüllten Rucksäcken, 7.5 Gallonen
Trinkwasser, einer Styroporbox gefüllt mit Eiswürfeln und frischem Fleisch für
die ersten Tag sowie unserem Kanu auf der Insel und bekamen zu unserer
Enttäuschung einen leider nicht am Strand liegenden Campingplatz zugewiesen. Die
Insel war total ausgebucht und einige hatten am Morgen entschieden doch noch
eine Nacht länger zu bleiben. Aber die Devise war, nur nicht unterkriegen
lassen, denn der Ranger stellte uns einen weiter vorne liegenden für den
nächsten Morgen in Aussicht. Also stellten wir als erstes Mal unser Zelt auf. Und
richteten uns ein Bisschen ein. Nachdem dann um 3 Uhr auch alle Tagesgäste
wieder verschwunden waren, kam dann auch die Idylle auf, die das Reisebuchfoto versprochen
hatte. Und so machten wir uns auf den Weg das Fort Jeffersonzu erkunden bevor wir dann am Abend
unser Essen zubereiten wollten. Dann folgte auch schon der nächste
Niederschlag: Kein offenes Feuer und auf keinen Fall Holz von der Insel …
ääääähhhhhh, aber die von der Reservation haben gesagt, dass ist möglich,
sollen wir jetzt unser Fleisch roh essen… Aber der Ranger hatte ein Einsehen
und spendierte uns eine ganze Tüte Kohle. Tausend Dank hierfür. Voller
Erwartung standen wir dann mit dem Streichholz vor unserem Campingfeuerplatz...
der nächste Tiefschlag, hierfür brauchte man Brennsprit. Noch einmal den Ranger
fragen, kam für uns nicht in Frage. Andere Camper? Die hatten ja auch nur das
nötigste mit. Aber was blieb uns anderes übrig. Also ging Markus beim Nachbarn
betteln…. Und diese hatten ein Herz für Neulinge und offerierten sogar ihr
ganzes Feuer. So klappte es dann doch noch mit der warmen Mahlzeit. Ein Dank an
Beth und Shannen. Die beiden führten uns anschliessend auch noch in die Zubereitung eines
amerikanischen Nationalhappens ein: Smore – über Feuer weich gewordene Marshmellows
zwischen Schokolade und Keksen „gequetscht“ …. Vielen Dank für das Erlebnis, es
war köstlich.
Die nächsten Tage verbrachten wir, neben dem Umrunden der
Nachbarinsel in unserem Kajak, mit dem Umziehen unseres zu Hause – entweder war
es zu windig oder zu warm – bis wir dann unseren perfekten Platz beziehen
konnten: Unter Palmen mit direktem Zugang zum Meer. Was will man mehr. Vielleicht eine frische Dusche, denn von der
ganzen Sonnencreme und dem Salzwasser fühlte man sich trotz Erfrischungstücher
nicht gerade frisch. Aber die Erlösung nahte an unserem vorletzten Tag, da hier
fast alle abreisten, lieferten die meisten ihre Wasser- und Kohlereste bei uns
ab. So konnten wir unseren letzten Tag in Saus und Braus geniessen, eine kleine
Dusche lag da natürlich auch drin. Die vier Tage waren ein Erlebnis, welches
wir nicht so schnell vergessen werden und auf das wir gerne zurückblicken.
Nach unserer Rückkehr trieben wir uns in den Everglades, Miami
und Key Biscayne herum. Bis wir dann unseren ersten Besuch am Miami Flughafen in
Empfang nehmen konnten. Markus Schwester Anita und die beiden Mädels Katja und
Selina. Nach 35 Tagen in unserem Nisto verbrachten wir zum ersten Mal wieder
eine Nacht in einem Hotel. Nicht jeder wusste in dieser Nacht, wo er war. So
wurde Markus von Sonja Mitten in der Nacht mit der Frage „Wo bin ich“ geweckt.
Gemeinsam genossen wir einen Tag mit den Kindern im Monkey Jungle,
in dem die Besucher in einem Käfig sind und die Affen frei herumlaufen können, bevor
es schon wieder hiess Abschied nehmen. Die drei wollten weiter nach Jupiter, wir
hingegen langsam den Strand und die 35° hinter uns lassen. Vielen Dank für
einen schönen Tag und die vielen Mitbringsel, wir haben uns sehr gefreut und
viel Spass mit Euch gehabt.
In der Zwischenzeit sind wir kurz vor Sarasota angekommen
und planen morgen zügig weiter zukommen. Jetzt geht es in Richtung Alaska. Aber
nur sehr langsam und über einige Umwege, lasst Euch überraschen.
Aus dem Myakka River State Park senden wir liebe Grüsse