Argentinien - Rigi Chubut - 09.03. - 25.03.2019

Distanz gefahren: 1334km
Übernachtungen im Nisto: 17 (4 Organisiert, 13 Frei)
Maximale Höhe: 1042müM bei S42 45.022 W70 48.798
Minimale Höhe: 0müM
Maximale Geschwindigkeit: 101km/h

Entlang dem "Rigi" Chubut

Langsam mussten wir uns vom Meer verabschieden, denn südlicher sollte unsere Reise durch Südamerika nicht führen. Jetzt hiess es auf in die argentinische Schweiz.

Bevor wir jedoch unseren grossen Sprung in die Berge in Angriff nahmen, schauten wir noch bei der grössten Ansiedlung Magellan-Pinguine auf dem Argentinischen Festland vorbei. Im Naturreservat Punta Tombo leben zwischen 500.000 und 2 Mio. dieser putzigen Vögel. Ohne trennende Zäune konnten wir die Tiere stundenlang beobachten und hatten die eine oder andere lustige Begegnung. Die letzte Nacht an der Küste verbrachten wir an der Playa Isla Escondida. Leider waren wir auch diesmal zu spät, denn in der richtigen Saison treiben hier wohl See-Elefanten ihr Unwesen. Dafür zauberte die Ebbe herrliche Pools zu Tage, in denen es sich herrlich planschen und baden liess. In Trelew, die letzte grosse Stadt auf unserem Weg gen Westen, statteten wir dem angeblich besten paläontologischen Museum einen Besuch ab. Patagonien ist ein El Dorado für Fossiliensammler, denn vor etwa 100 Mio. Jahren lebten hier unzählige Dinosaurier und auch heute noch melden Gauchos Funde von Knochen prähistorischer Tiere. Wir waren sehr beeindruckt von den gigantischen Skeletten, die dort ausgestellt waren.

Dann machten wir uns auf den Weg einmal quer durch Argentinien. Solche Strecken sind in der Regel äusserst unspektakulär, da diese zum Grossteil durch ödes Steppenland führen. Die ersten 200 km entsprachen ganz ihrem Ruf. Aber dank eines Stausees kamen wir auch hier in den Genuss eines traumhaften Plätzchens. Ein Vorgeschmack auf das was uns auf den nächsten 600 km erwarten würde. Leider mussten wir nach zwei Tagen flüchten, da eine Schlechtwetterfront, mit Gewitter im Schlepptau, aufzog. Nach einigen Kilometern hatten wir diese jedoch hinter uns gelassen. Wir folgtem dem Rio Chubut und vor uns präsentierte sich eine Landschaft, die atemberaubender nicht sein kann. Bunte Berge, meterhohe Klippen, glasklares Flusswasser begleiteten unseren Weg. Leider holte uns der Regen am nächsten Schlafplatz wieder ein. Diesmal wollten wir das ganze aussitzen, denn so eine schöne Strecke muss man in der Sonne geniessen. Wir holten alles aus Nisto raus und schafften uns dank Aussenzelt weitere 10 qm. Wie sich am nächsten Mittag herausstellte die richtige Wahl, denn die Sonne gewann den Kampf gegen die Wolken. Jetzt fehlte nur noch ein frisches Bad im glasklaren Rio Chubut. Mit einem Blick in den Fluss verging uns jedoch die Lust sehr schnell, denn es floss nur eine braune Suppe an uns vorbei. Ahhhh, nein danke, wir verzichten, vielleicht am nächsten Tag. Aber auch der brachte kein klares Wasser. Also hiess es zusammenpacken in der Hoffnung weiter westlich endlich wieder "Luxusbadewasser" vorzufinden. Unser nächstes Ziel entlang des Rio Chubut war Piedra Parada. Ein Paradies für Kletterer. Auch hier fanden wir ein traumhaftes Plätzchen direkt am, in der Zwischenzeit wieder glasklaren, Fluss. Vier Stunden wanderten wir durch eine wunderschöne Schlucht, bevor uns mal wieder "Naturgewalten", diesmal in Form von starken patagonischem Wind, die Entscheidung abnahm: Bleiben oder nicht bleiben.

Nach einer Woche erreichten wir die Stadt Esquel in den Bergen. Für eine Nacht bezogen wir einen Campingplatz in der Stadt bevor es gleich am nächsten Tag wieder hiess: Rauss in die Natur. Diesmal in den Parque Nacional Los Alerces. Bereits vor 9 Jahren sind wir hier innerhalb zwei Tagen durchgefahren. Diesmal wollten wir die schönen Seen etwas ausgiebiger geniessen. Jedoch durften wir nicht an jedem von uns ausgesuchtem Plätzchen verweilen. So schickte uns ein Ranger von unserem absoluten Lieblingsplätzchen weg, da dieser nicht zum Campieren mit Autos gedacht war. Immer dieser "Rassismus". Neben leckeren Asados erkundeten wir den Park beim Wandern: Mal am Rio Arrayanes entlang, zum Wasserfall Irigoyen oder einfach nur am Strand entlang.

In El Bolsen angekommen statteten wir Claudia und Klaus einen Besuch ab. Die beiden Deutschen waren vor Jahrzehnten aufgebrochen die Welt zu entdecken und haben sich hier ihr kleines Paradies, eine kleine Farm mit Schafen und Pferden, aufgebaut. Ein herrliches Plätzchen zum Verweilen und die Beine baumeln lassen oder einfach zum Mitanpacken. Gemeinsam mit ihnen, Sascha und Kerstin, aus Deutschland, sowie Juan und Angela, aus Kolumbien, beide Pärchen auf Ihren Motorrädern unterwegs durch Südamerika, genossen wir spannende und lustige, aber auch kalte Abende am Lagerfeuer, bevor es wieder hiess "going north".

Hasta luego

Markus und Sonja mit Leandro und Milena

PS.: "Rigi" Chubut, so hat Leandro den Rio Chubut getauft.

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